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Lebensräume des Friedens gestalten

Lebensräume des Friedens gestalten

Pastorin Martina Basso (mennonitisch, Mitglied im Beirat des Freikirchlichen Beauftragten am Sitz der Bundesregierung) zur Ökumenischen Friedensdekade 20018

„Frieden fängt beim Frühstück an“ – immer wieder erinnert mich der Text von Hanns Dieter Hüsch daran, dass Frieden stiften etwas mit Haltungen und Fähigkeiten zu tun hat, die wir täglich immer wieder einüben müssen:

Das Stichwort „Verletzlichkeit“ beinhaltet, dass es keine Rolle spielt, ob wir Streit vermeiden, sondern ob wir Konflikte transformieren können und ob wir bereit sind, in diesem Transformationsprozess auch verletzt zu werden.

Der Begriff der „Demut“ lässt uns zwischen Zwang und Selbstaufgabe jonglieren – auf dem Weg zu einer Transformation von Konflikten geht es immer auch darum, gemeinsam mit denen ein Stück des Weges zu gehen, mit denen wir nicht übereinstimmen. Zudem ist es nicht unsere Aufgabe, die Probleme der Welt zu lösen, sondern die Hoffnung auf Erlösung nicht sterben zu lassen.

Wahrhaftig reden: Die wörtliche Übersetzung von Epheser 4,15 aus dem Griechischen lautet: „wahrheitend in Liebe…“. Das ist grammatikalisch ein Partizip (auch “Mittelwort” genannt) und drückt gleichzeitig ein Tun und eine Eigenschaft aus: Seiend und handelnd in Einem. M.a.W.: Wir sind aufgerufen, die Diskrepanz zwischen Werten und Handeln zu überbrücken.

Aufmerksam zuhören: Die Stimmen und Ansichten derer, mit denen wir uns im Streit befinden, in uns aufzunehmen (Miroslav Wolf), sie innerlich zu bewegen und dann erst zu reagieren, gehört für mich persönlich aktuell zu den größten Herausforderungen des Friedenstiftens – nämlich meine Abwehrreaktionen bezüglich rassistischer Äußerungen im Griff zu haben, um einen sofortigen Diskursabbruch zu verhindern.

Die Urteilsfähigkeit der Gemeinschaft und gegenseitige Verantwortlichkeit: Kirchen sollten Anwältinnen bestimmter Werte und Prozesse sein und nicht bestimmter Ergebnisse, d.h. dass die Art der Meinungsbildungsprozesse entscheidend ist.

„Frieden fängt beim Frühstück an“ – und findet von dort seinen Weg vom Mikro- bis hin zum Makrokosmos.

Martina Basso ist am Eröffnungsgottesdienst zur Ökumenischen Friedensdekade am 11. November um 18 Uhr beteiligt.
Hier geht’s zur Veranstaltung.

 

Ein Hex Haus für die HafenCity – Prototyp für temporären Wohnraum

Ein Hex Haus für die HafenCity – Prototyp für temporären Wohnraum

Die HafenCity ist Standort des 3. Prototypen einer neuartigen Wohnunterkunft auf Zeit: dem Hex Haus. Architekten aus verschiedenen Erdteilen, Amerika, Europa und Asien, der gemeinnützigen Organisation „Architects for Society“ entwarfen das sechseckige Behelfshäuschen auf Basis eines Baukastensystems. Es könnte künftig eine Alternative zu Zelten und Wohncontainern sein, die bislang als Unterkünfte für Geflüchtete genutzt werden.
Das Hex Haus ist darauf ausgelegt, mit einfachen Mitteln Wohnlichkeit herzustellen.
Durch die Flexibilität des Systems, besteht die Möglichkeit der Personalisierung der Wohnräume innen und außen. Die Innenfläche misst 40 m2, außen schließt sich eine kleine Veranda an.
Das Hex Haus wird in Einzelteilen transportiert und ist von den Endnutzern selbst mittels eines einzigen speziellen Schlüssels montierbar – ohne Baukompetenz und mit nur minimalem Training.
Das Hex Haus in der HafenCity steht an der Flüchtlingsunterkunft in der Kirchenpauerstraße und wurde mit Hilfe einiger Bewohner der Unterkunft aufgebaut. Initiator für diesen Testlauf ist die Flüchtlingshilfe HafenCity e.V. Finanziert wurde das Projekt von zweckgebundenen Spenden u.a. von der Leinemann Stiftung für Bildung und Kunst sowie durch Materialsponsoring durch z.B. Hochtief. Zurzeit schlägt das Hex Haus noch mit 30.000 bis 60.000 Euro zu Buche und hätte ohne das Engagement der Beteiligten nicht realisiert werden können. Die Hoffnung, dass das Modell sich durchsetzt, ist jedoch nicht unbegründet und könnte den Bau von Unterkünften für Geflüchtete revolutionieren.
Das Hex Haus an der Kirchenpauerstraße wird nun für Aktivitäten und Angebote der Flüchtlingshilfe HafenCity e.V. genutzt. Es werden darin z.B. verschiedene Kurse stattfinden, Feiern und gemeinsames Kochen.

Bildquelle: HOCHTIEF / Dominik Reipka

Krieg 3.0 – Ökumenische Friedensdekade 2018

Krieg 3.0 – Ökumenische Friedensdekade 2018

„Der Krieg der kommen wird, ist nicht der erste. Vor ihm waren andere Kriege“, schreibt Bertold Brecht. Krieg 3.0, das Motto der Friedensdekade, meint Kontinuität. Immer gibt es auf der Erde Kriegsschauplätze: den Mittleren Osten, die Ukraine, die Volksrepublik Kongo und andere mehr. Krieg 3.0 ist auch der Krieg im digitalen Zeitalter: wer entscheidet über Leben und Tod, ein Mensch oder eine mathematische Formel? Deutsche sind sowohl Partner oder Vermittelnde in Verhandlungen um den Frieden, als auch Beteiligte an Kriegen. Oft sind es von Deutschen und in Deutschland entwickelte und produzierte Waffen, die das Töten besorgen. Über den Hamburger Hafen werden pro Tag etwa drei Container mit Rüstungsprodukten exportiert. Für dieses Thema steht das Kunstprojekt „Wenn Engel reisen …“ von Axel Richter, das vom 11. – 20. November 2018 in der Kapelle steht. Das Ökumenische Forum HafenCity greift die Themen der Ökumenischen Friedensdekade auf, die seit den 1980er Jahren regelmäßig im November stattfindet. Wir feiern Gottesdienst und diskutieren, wir lassen uns durch Bibeltexte inspirieren und wir beten.

Julika Koch Referat Friedensbildung der Nordkirche
Corinna Schmidt, Geistliche Leitung Ökumenisches Forum HafenCity

Hier gehts zum Programm im Ökumenischen Forum HafenCity:
Ökumenische Friedensdekade 2018 – Programm OEFH

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