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Mensch, wo bist du? Zeig‘ mir dein Gesicht!

Mensch, wo bist du? Zeig‘ mir dein Gesicht!

von Carsten Hokema, Pastor in der Christuskirche Altona, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)

Seit Wochen tragen wir Masken. ‚Maske‘ ist hochdeutsch für das norddeutsche ‚Schnutenpulli‘. Wenn ich  irgendwo mit Leuten ins Gespräch komme,  nehme ich gerne Abstand und ziehe dann meine Maske vom Gesicht. Oft zieht mein Gegenüber dann auch seinen Stoff beiseite.  Dann sprechen wir ‚ganz normal‘ miteinander. Ich freue mich dann an der Mimik, am ‚Gesamteindruck‘ und an den offenen Gesichtern, in die ich blicke.
Mit Maske vor dem Gesicht fallen mir Gespräche schwerer. Nicht nur, dass ich das Gesagte schlechter verstehe, ich habe bei fehlendem Blick ins Gesicht auch Probleme, Feinheiten in Aussagen oder Zwischentöne zu hören.
Manchmal trage ich noch eine ganz andere Maske. Sie ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Es handelt sich dabei nicht um ein Stück Stoff oder um einen anderen Virenschutz.
Ich verstelle mich. Wirke absichtlich anders, als ich eigentlich bin oder sein möchte. Ich lasse andere zwar in mein Gesicht blicken, aber ‚in die Karten‘ schaut mir niemand!
Sich zu verstellen oder sogar zu verstecken scheint zum Menschsein zu gehören. In der Schöpfungsgeschichte wird beispielhaft erzählt, dass Menschen sich vor Gott verstecken. Irgendwie hatten sie einen Grund dafür. Von Gott wird erzählt, dass er die Menschen sucht und fragt: „Mensch, wo bist du?“
Vor Gott brauche ich mich nicht zu verstecken. Der meint es immer gut mit mir, schaut mich an und will mit mir in einen ehrlichen und offene Dialog treten. Gerne will ich ihm mein ‚echtes‘ Gesicht zeigen. Und ebenso gerne will ich meine unsichtbare Maske auch gegenüber meinen Mitmenschen absetzen.
Der ‚Schnutenpulli‘ hingegen muss wohl noch eine Zeit lang sein.

Gott ist da. Und das Kapellenteam ist es auch.

Gott ist da. Und das Kapellenteam ist es auch.

von Lotte Haschke, Ökumenische Hausgemeinschaft im Ökumenischen Forum HafenCity

Die Glocke läutet. Kontaktliste, Desinfektionsmittelspender und ein freundliches Gesicht mit Mund-Nasen-Schutz stehen bereit. Es ist Abendandacht in der Kapelle des Ökumenischen Forums HafenCity. Der Eingang ist markiert, die Stühle mit Abstand platziert.
Die Kapelle füllt sich. Wir beten und hören, sehen und blicken, bitten und danken.
Wir erleben Gott. Wir erfahren Gemeinschaft. Doch fühlen wir die Zwischenräume. Uns fehlt das gemeinsame Singen, das Händeschütteln, eine kleine Umarmung, die Nähe.
Wie füllen wir räumliche und inhaltliche Leerstellen? Wie gehen wir mit geänderten Gegebenheiten und Hygienevorschriften um? Wie erzeugen wir Resonanz, wenn Andachtsbesucher kurz vor der Außentür sitzen? Wenn halbe Gesichter verdeckt sind.
Gott ist trotzdem da. Sein Geist sitzt neben uns in der Lücke und füllt den erweiterten Kapellenraum. Er verbindet.
Zweimal jährlich trifft sich das Kapellenteam. Junge und ältere Menschen aus verschiedenen Hamburger Kirchen und Gemeinden und aus der Ökumenischen Hausgemeinschaft. Ihnen ist es eine Herzensangelegenheit, uns zu Gott hinzuführen und gemeinsam Andacht zu feiern. Sie gestalten ehrenamtlich die täglichen Gebete in der Kapelle. Was für eine tolle Gruppe!
Dienstag Abend nach der Andacht ein sommerlicher Imbiss im grünen Innenhof. Wir tauschen uns aus. Was hat mich überrascht an dieser neuen Art, Andacht zu gestalten? Was frustriert?
Gemeinsam erkunden wir kreative und expressive Möglichkeiten innerhalb der Hygienevorschriften. Eine kleine Öllampe, ein Bild von Gustav Klimt, ein mennonitisches Abendgebet, ein Rundgang – mit Abstand natürlich. Was schafft Verbindung?
Nicht alle Ideen funktionieren. Ein gesungenes Lied fehlt uns trotzdem.
Doch haben wir zusammen spannende Alternativen getestet. Neue Inspirationsquellen erschlossen. Uns gegenseitig bereichert und vor allem ermutigt. Wir alle sind dankbar für die Kapelle, diesen Ort, an dem wir wieder zusammen kommen dürfen, um Gott zu begegnen, zu beten und zu hören, zu klatschen und zu stehen, zu sitzen und zu schauen.
Kommt gern vorbei. Gott ist da. Und Liturg_innen aus dem Kapellenteam sind es auch.

Fotoprojekt: Meine zwei Gesichter

Fotoprojekt: Meine zwei Gesichter

Ein Projekt des Ökumenischen Forums HafenCity in Kooperation mit der Christuskirche Altona

Nach Wochen mit Abstand und Zurückhaltung, die natürlich noch immer angebracht sind, beginnen wir, uns nicht nur nach Menschen zu sehnen, sondern auch nach Aktionen und Veranstaltungen. Im Ökumenischen Forum herrschte sonst reges Treiben. Lesungen, Konzerte, besondere Gottesdienste, Sommer in der HafenCity, Nacht der Kirchen – alles coronabedingt abgesagt. Vorsicht ist einfach besser. Aber die Sehnsucht bleibt. Was also tun? Carsten Hokema, Pastor in der Christuskirche Altona und Fotograf, hat das Thema Maskenpflicht im Alltag zum Anlass für eine Fotoaktion genommen, von der wir direkt begeistert waren. Was macht es mit uns, dass wir unsere Gesichter momentan und schon seit Wochen in der Öffentlichkeit hinter Masken verbergen (müssen)? In jedem Fall ist unsere Gesichtsmimik nur noch eingeschränkt Teil unserer kommunikativen Möglichkeiten. Damit jemand unser Lächeln sieht, müssen wir schon sehr stark mit den Augen lachen. Ein leichtes Grinsen wird niemand bemerken. Man spürt mitunter deutlich, dass dadurch das Miteinander erschwert wird, da man weniger schnell einen Zugang zu anderen Menschen bekommt und es schwerer fällt, Stimmungen wahrzunehmen. Für uns ist dies der Ausgangspunkt, uns mit Stichworten wie Persönlichkeit, Identität, Individualität und Kommunikation zu beschäftigen.
Wir laden Menschen zu uns ein, die Lust haben, sich fotografieren zu lassen – einmal mit ihrer Gesichtsmaske und einmal ohne. Menschen, die uns ihre zwei Gesichter zeigen und damit Teil des Projektes sein möchten. Die Bilder werden wir online in eine Galerie hochladen und auch physisch in der Kapelle des Forums ausstellen. Ohne Namen, nur die Gesichter. In der Woche ab dem 6. Juli ist Carsten Hokema mit seinem mobilen Fotostudio bei uns zu Gast. Vorbeikommen ist ganz ohne Anmeldung möglich. Abstände werden selbstverständlich eingehalten. Alle Teilnehmer_innen stimmen zu, dass ihre Bilder für die genannte Aktion verwendet werden dürfen und erhalten ihre Fotos digital und nach der Ausstellung auch als Ausdruck im Format Din A4. Wir hoffen auf rege Teilnahme und viel Freude für alle an der Aktion.

Informationen auf einen Blick:

Meine zwei Gesichter Website
www.meine2gesichter.de/hafencity

Fototermine:

6., 8. und 10. Juli von 13.30 bis 17.30 Uhr und am
7. und 9. Juli von 11 bis 15 Uhr in der Kapelle des
Ökumenischen Forums HafenCity, Shanghaiallee 12

Bitte Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen!

Die Ausstellung ist ab dem 4. September 2020 in der Kapelle des Ökumenischen Forums HafenCity zu sehen und evtl. schon davor unter www.meine2gesichter.de/hafencity

Mir reicht’s, ich geh schaukeln!

Mir reicht’s, ich geh schaukeln!

Sommerlicher Stimmungsbericht und Tipps für den Sommer in der HafenCity von Lisa Rieck, Ökumenisches Forum HafenCity

Mir reicht’s, ich geh schaukeln! An schönen Tagen kann es sein, dass ich mich mit diesen Worten zum Feierabend von den Kolleg_innen in der Büroetage verabschiede. Und ich meine es genauso, wie ich es sage: Ich gehe schaukeln.
Im Lohsepark, der in unmittelbarer Nähe zum Ökumenischen Forum liegt, gibt es die – wie ich finde – besten und schönsten Schaukeln Hamburgs. Sie sind auch für Erwachsene ganz wunderbar geeignet. Sobald ich darauf sitze, fühle ich mich glücklich. Irgendwie schaukele ich allen Stress und alle Sorgen für einen Moment von mir ab und fühle mich ganz frei. Mit den Füßen voran schwinge ich zwischen Himmel und Erde.

Mir kommt ein Gebet aus Afrika in den Sinn:

„Herr,
ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert,
und ich freue mich am Licht.
Herr, ich bin fröhlich.
Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch. Das All und unsere Herzen sind offen für Deine Gnade. Ich fühle meinen Körper und danke […]“

Der Lohsepark bietet noch mehr tolle Dinge. Man kann dort z.B. Trampolin hüpfen, auf Slacklines balancieren oder Basketball spielen. Das alles bringt mich zum jubilieren, ich fühle mich wie ein Kind im Abenteuerland.
Zahlreiche Kirsch- und Apfelbäume bieten Schatten und sogar Verpflegung, zumindest, wenn man zur Erntezeit im Park ist. Aktuell werden gerade die Kirschen rot und reif. Herrlich!

„Herr,
ich freue mich an der Schöpfung.
Und dass Du dahinter bist
und daneben und davor und darüber
und in uns.
Die Psalmen singen von Deiner Liebe,
die Propheten verkündigen sie,
und wir erfahren sie.
Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert
und jubiliert von Deiner Liebe.
Jeden Tag machst Du,
Du zählst jeden Tag
die Haare auf meinem Kopf.
Halleluja, Herr.“

In diesem Jahr werden wir vermehrt Urlaub zu Hause machen. Das ist vielleicht anders, als wir geplant hatten, aber es muss deswegen nicht weniger aufregend sein. Ich habe mir vorgenommen, Hamburg neu zu entdecken.

Ein Ausflug in die HafenCity lohnt sich – ganz besonders auch in der Zeit vom 6. bis 10. Juli. Denn dann findet im Ökumenischen Forum HafenCity die Fotoaktion „Meine zwei Gesichter“ statt. Wir freuen uns auf jede_n, die/der mitmacht. Und danach kann man auch gleich noch schaukeln gehen!

Tipps für den Sommer in der HafenCity

*Fotoaktion „Meine 2 Gesichter“ vom 6. bis 10. Juli in der Kapelle des Ökumenischen Forums

* Tageszeitgebete Mo/Mi/Fr um 13 Uhr und Di/Do um 18 Uhr in der Kapelle des Ökumenischen Forums

* Lohsepark. Hier gibt es Wiesen zum Spielen und in der Sonne liegen, Spielgeräte für Kinder und Erwachsene (beste Schaukeln Hamburgs!) und für Geschichtsinteressierte die Gedenkstätte „Hannoverscher Bahnhof“, die an die Deportationen aus Hamburg und Norddeutschland 1940-45 erinnert.

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