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Andachtsraum Kino – die Zeit vor Ostern bewusst(er) gestalten

von Dr. Thomas Kroll, Erzbistum Hamburg und Vorstandsmitglied Ökumenisches Forums HafenCity

Liebe Leserinnen und Leser!

»Am Aschermittwoch ist alles vorbei«. Der alte Liedtitel gilt nur bedingt. Denn nach dem Karneval geht’s für viele Menschen erst richtig los. Sie möchten, ob spirituell oder anderweitig motiviert, im Leben aufräumen, mit einem Frühjahrsputz im engeren oder weiteren Sinn beginnen, kurzum: die Zeit vor Ostern bewusst(er) gestalten.
Die Tradition vieler christlicher Kirchen unterstützt dieses Ansinnen und hält zur Vorbereitung auf das große kommende Fest entsprechende Angebote bereit. So helfen etwa Fasten und Leseordnung der Liturgien ebenso beim langen Countdown vor dem Osterfest wie »7 Wochen ohne« und die Mitfeier sogenannter Frühschichten.

Vor Jahren überraschte mich der Kölner Domprediger mit der Aussage, er habe Menschen, die vor Ostern eine Beichte absolviert, sprich: das Sakrament der Versöhnung empfangen haben, als Buße aufgetragen, ins Kino zu gehen und den Film »Schindlers Liste« zu erleben. Das ist mehr als ein Vierteljahrhundert her, in meinen Augen aber nach wie vor eine bedenkenswerte Idee, auch in ökumenischer Hinsicht ein diskutabler Vorschlag. Dem könnte jeder und jede für sich, aber auch gemeinsam mit Menschen guten Willens bzw. anderer Konfession folgen.

Zwei Tipps: Mindestens bis zum 19. Februar läuft in den Kinos noch »Ein verborgenes Leben«, ein hochkarätiger Film von Terrence Malick. Wer etwas über die Kraft des Gewissens und über christlich motivierten Widerstand in Zeiten des Nazi-Terrors erleben möchte, suche alsbald den Andachtsraum Kino auf. Wer die Kraft des Antisemitismus – gestern wie heute – bedenken und etwa einen Einblick erhalten möchte, wie Institutionen Missliebiges und Missbrauch vertuschen, findet in Polanskis Meisterwerk »Intrige« ausreichend Stoff.
Nicht genug: Beide Großkirchen bieten dank der Websites zum »Film des Monats« (Jury der evangelischen Filmarbeit) und zum »Kinotipp der katholischen Filmkritik« immer wieder Anregungen für einen inspirierenden Kinobesuch – nicht nur in der österlichen Bußzeit.

Belebende Karnevalstage und einen guten Start in die vierzig Fastentage vor Ostern

wünscht

Thomas Kroll

P.S. Kleiner Werbeblock, ausnahmsweise zum Schluss: Wer nicht gern allein ins Kino geht, wird vielleicht hier fündig?

Bild: INTRIGE © Weltkino Filmverleih

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