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Nächstenliebe auf der Schanze – 50 Jahre JesusCenter

Nächstenliebe auf der Schanze – 50 Jahre JesusCenter

von Holger Mütze, Vorstand im JesusCenter

„Nur wer sich in Menschen „verlieben“ kann, wird die Liebe Gottes auch überzeugend ausdrücken können.“ Diesen Satz habe ich fast überlesen, als ich die Dokumentation zu „50 Jahre JesusCenter“ druckfrisch in den Händen hielt. Mitarbeiter*innen aus den 70ern und 80ern haben darin ihre Zeit im JesusCenter reflektiert und beschrieben:

Die JesusFestivals in St.Petri und im Stadtpark in den 70ern. Die JesusZeitung mit einer Auflage von bis zu 180.000. Missionarische Einsätze auf der Reeperbahn. Die Teestube „Abrahams Schoß“ auf dem Schulterblatt.
Die BILD-Zeitung titelte dazu: „Erst lachten die Rocker, dann wurden sie getauft“.

Statt der Einsätze auf der Reeperbahn sind wir heute mit einem Bollerwagen-Spielmobil in den Hinterhöfen der Schanze unterwegs. Aus der Teestube ist das Café Augenblicke mit Sozialberatung und Kleiderkammer geworden. Nicht JesusFestivals mit 2.000 Besuchern werden gefeiert, sondern lautstarke Kinderpartys in unserem Toberaum. Wir machen keine Einsätze im Rotlicht, sondern intensive sozialpädagogische Betreuung von jungen Geflüchteten in unseren Wohngemeinschaften.

Der Verein wurde 1970 gegründet. Wenn ich die Bilder und Geschichten aus den 70ern und 80ern anschaue und dann das heutige JesusCenter, kann ich kaum glauben, dass es sich um ein und dasselbe Werk handelt. Es gab Rückschritte und Weiterentwicklungen. Krisen und neue Aufbrüche haben die äußere und die innere Ausgestaltung verändert.

Für 2020 haben wir, die  Mitarbeiter*innen von heute, uns positioniert und auf einen Kernsatz verständigt, der ausdrückt, was das JesusCenter heute ausmacht: NÄCHSTENLIEBE AUF DER SCHANZE.
Womit wir wieder beim Anfang wären.

Am Anfang des JesusCenter konnten die Gründer nicht wissen, wie es Jahrzehnte später sein würde.
Am Anfang dieses Jahres hat niemand damit gerechnet, wie ganz anders das Jahr werden würde.
Wir können nicht für alles in diesem Jahr und in der Geschichte des JesusCenter dankbar sein. Aber wir können uns „in Menschen verlieben“ und uns mit allem Jesus anvertrauen.

Das macht mich dankbar.

Anmerkung der Redaktion: Das JesusCenter feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Wir gratulieren herzlich zu diesem Meilenstein!
Hier geht’s zum Filmbeitrag aus dem NDR Hamburg Journal vom 23.8.2020

Meine ZWEI Gesichter – Ausstellung eröffnet!

Meine ZWEI Gesichter – Ausstellung eröffnet!

Nachdem im Juli an die 100 Menschen unserem Aufruf gefolgt sind, sich in unserem kleinen Pop-up-Fotostudio in der Kapelle fotografieren zu lassen – einmal mit Mund-Nasen-Schutz und einmal ohne – haben wir am 4. September die Ausstellung „Meine ZWEI Gesichter“ mit einer Andacht eröffnet. Unsere Kapellenwand schmücken nun all diese ganz unterschiedlichen Gesichter, deren Ausdruck sich mit und ohne Maske oft komplett verändert. Davor zu stehen und all diese Menschen zu betrachten, ist schlicht beeindruckend. An unserer Pinnwand ist zu lesen: „Ich finde Mund-Nasen-Schutz doof. Er ist eine Beleidigung für mein schönes Gesicht!“ oder „Mich macht die Maskenpflicht sparsamer. Ich gehe ungern einkaufen.“ ; aber auch: „Die Augen lernen zu sprechen.“ oder „Kleine Gesten wie ein Lächeln müssen zum Lachen werden, damit es wahrgenommen wird. Mehr Lachen auf dieser Welt bitte.“ Auch hier wird die Ambivalenz des Masketragens und die unterschiedlichen Wahrnehmungen deutlich.

Während der Eröffnungsandacht war aufgrund der Pandemie-Auflagen nur für 21 Personen in der Kapelle Platz. Nun aber besteht die Möglichkeit, jeden Tag zwischen 10 und 18 Uhr einen Blick auf die Fotowand im Ökumenischen Forum zu werfen. Und wir laden natürlich herzlich dazu ein! Wer lieber Online schauen möchte, kann dies auch in der digitalen Galerie www.meine2gesichter.de/hafencity tun. Wir freuen uns über viele reale und digitale Gäste!

Hier geht’s zum Filmbeitrag zur Ausstellung von Hamburg 1

Netzwerk HafenCity – neuer Vorstand und neue Ideen

Netzwerk HafenCity – neuer Vorstand und neue Ideen

Im Netzwerk HafenCity wurde im August ein neuer Vorstand gewählt. Vorstandsvorsitzender ist nun Sebastian Baller, 2. Vorsitzende sind Marianne Wellershoff und Wolfgang Weisbrod-Weber. Als weitere Mitglieder im Vorstand wurden Julia Senft, Wolgang Vogelmann und Wolfgang Timpe gewählt.
Mit dem neuen Vorstand gibt es künftig auch weitere Neuerungen im Netzwerk HafenCity. Die Website www.netzwerk-hafencity.de wird aktuell überarbeitet. Schon bald soll es für potentielle neue Mitglieder die Möglichkeit geben, sich ganz einfach online anzumelden. Desweiteren wird ein Newsletter ins Leben gerufen, der über aktuelle Entwicklungen im Netzwerk informieren wird. Anmeldung dazu künftig auch hier ganz einfach online.
Außerdem soll die „AG Grün“ wieder neu ins Leben gerufen werden. In der AG Grün geht es vor allem darum, Flora und Fauna in der HafenCity zu unterstützen und zu fördern. Ob es um Projekte zur Bepflanzung der Baumscheiben geht, um Urban-Gardening-Vorhaben oder aber um Animal-Aided-Design in der HafenCity – all dies sollen Themen der neuen AG Grün sein. Gerade für diese AG werden noch Mitstreiter_innen dringend gesucht! „Eines unserer Ziele ist aktuell, zu erreichen, dass in der HafenCity Animal-Aided-Design in die Bauverträge aufgenommen wird“, sagt Marianne Wellershoff. „Das bedeutet, dass von vorn herein mit den Bedürfnissen von Tieren und Pflanzen geplant wird und diese als Teil der Gestaltung integriert werden.“ Wer sich für diese Themen interessiert, ist vielleicht im Netzwerk HafenCity richtig. Die nächste öffentliche Vorstandssitzung für Mitglieder und potentielle Mitglieder findet am 29. Oktober 2020 um 19 Uhr statt. Der genaue Ort wird rechtzeitig auf der Internetseite des Netzwerks zu finden sein.

Der Verein Netzwerk HafenCity e.V. schafft eine Plattform, um Nachbarschaft zu fördern, die Interessen der Anwohner_innen, Initiativen und Gewerbetreibenden zu vertreten und die HafenCity in Hamburg zu einem sozialen, nachhaltigen, integrativen und kulturell vielfältigen Stadtteil mit zu entwickeln.

Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Alles in guten Händen

Alles in guten Händen

von Mark Möller, neuer Mitbewohner in der Ökumenischen Hausgemeinschaft und seit 1. August 2020 Diakon in der Flussschifferkirche

Die Sommerferien sind oder gehen zuende. Und? Wo waren Sie so? Ich habe meinen Urlaub  unter anderem genutzt, um umzuziehen, Geduld zu üben mit dem Hamburger Sommerwetter und für Verabredungen. So lief ich auch einen halben Tag lang mit meinem Patenkind aus Berlin durch Hamburg. Start war die Dachterrasse im Ökumenischen Forum, Ziel der ZOB.

Ob ich an Schicksal glaube, fragte sie mich unvermittelt. „Interessante Frage“, antworte ich. Ob sie denn daran glaube. Sie: „Nee, also nicht ganz.“ Ich „?“ Sie: „Naja, der Gedanke, es gibt ein Schicksal, der kann recht tröstlich sein. Er erlaubt Entspannung. Aber Schicksal kann auch ein fatalistisches Konzept sein: Wenn etwas schief geht, muss man sich nicht fragen, warum gerade ich? Aber ich brauche auch gar nicht erst probieren, es zu ändern. Schicksal eben.“

Ich glaube eher an Fügung. Dinge fügen sich, meine Entscheidungen aber beeinflussen, was sich wie und wann fügt, ohne dass ich das letztlich kontrollieren kann; weil eben auch andere Menschen Entscheidungen treffen und Bedingungen verändern. Auch eine Pandemie und unser Versuch, bestmöglich damit umzugehen lehrt uns, dass wir auf den Lauf der Dinge Einfluss nehmen können, jedoch kaum Sicherheit erlangen.

Ich mag das Lied: „Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig, Gott, in Dir.“ Ja, ich gestalte mein Leben. Nein, ich hab nicht alles im Griff. Aber: ich weiß alles in guten Händen, auch wenn`s mal schwierig ist. Dieses Gefühl wünsche ich Ihnen auch.

Mein Patenkind und ich hatten Glück. Es fügte sich, dass der Regen erst begann, als sie in den Bus stieg. Sie fuhr los unter einem Regenbogen. Kommen Sie gut in den September! Und seien Sie behütet.

Gemeinschaft im Film – die Ökumenische Hausgemeinschaft dreht sich

Gemeinschaft im Film – die Ökumenische Hausgemeinschaft dreht sich

vom Videoteam der Ökumenischen Hausgemeinschaft, Timo, Sylvia und Anna

Häufig erleben wir im Forum, dass Menschen sich lebhaft für die Ökumenische Hausgemeinschaft interessieren. Lebt ihr im Stadtkloster? Seid ihr eine große WG? So oder so ähnlich werden wir oft gefragt. In der Tat ist es gar nicht so einfach, in ein paar Sätzen die Fülle dessen, was wir sind, warum wir hier leben, was wir gemeinsam tun, zu erklären. Da momentan aufgrund der Corona-Pandemie keine Live-Führungen stattfinden, in denen wir mit Interessierten ins Gespräch kommen können, haben wir überlegt, uns in kleinen Filmsequenzen mit diesen Fragen zu beschäftigen.

In sieben Einzelinterviews geben die Hausbewohner_innen Auskunft darüber, warum sie gerade in dieser Gemeinschaft leben, was der besondere Reiz für junge Familien in diesem Haus ist, wie der Glaube gelebt wird, wie selbstgestaltete Andachten aussehen und sprechen über die Besonderheit, Freud und Leid in einer Gemeinschaft zu teilen. Auch die Fragen nach Verbindlichkeit, Freiwilligkeit sowie gemeinsamen Aufgaben werden gestellt. Und natürlich geht es um Überlegungen, zu welchen Angeboten wir Interessierte und Suchende zu uns ins Haus einladen. Parallel dazu berichten wir, wie sich einzelne Bewohner_innen aufgrund ihrer Interessen oder auch Lebenssituation im Stadtteil HafenCity beteiligen und engagieren.

Neben den Interviews wird es ein in einem zweiten Schritt darum gehen, die verschiedenen Aktivitäten und Begegnungen in Bildern festzuhalten. Der Film soll im September fertiggestellt werden und wird dann auf der Website des Forums sowie auf Facebook sichtbar sein.

Die Drehtage waren für uns alle beeindruckend. Wie tief einige Antworten und auch die Gespräche in den Drehpausen waren, hat uns sehr gefreut und in unserer Idee beflügelt. Die Drohnenaufnahmen geben ganz besondere Perspektiven, die auch symbolisch für die verschiedenen Zugänge zur Ökumene stehen könnten.

Jetzt stehen noch einzelne Drehs von der Wohnungssegnung und vom Hausabend an, denen wir mit Freude und Spannung entgegenblicken. Vielen Dank sagen wir aber schon jetzt an all diejenigen, die an der Realisierung des Hausgemeinschaftsfilms beteiligt sind und das Projekt damit erst ermöglichen.

 

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