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24.Mai John Wesley Tag

24.Mai John Wesley Tag

Anlässlich des John Wesley Tages feiern wir in der Kapelle des Ökumenischen Forums drei Andachten zu seinen »3 simple rules«.

In der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) ist der 24. Mai ein besonderer Tag, er wird auch „Aldersgate-Tag“ genannt. John Wesley wird nicht als Heiliger verehrt – das war er nicht – , sondern wir freuen uns darüber, dass Gott auch heute Menschen mit innerem Frieden beschenkt. • 1738 machte John Wesley eine befreiende Glaubenserfahrung; da war er 34 Jahre alt. Von „außen“ betrachtet war er ein geistlicher Mensch: Er betete regelmäßig, war Theologe und Pastor und schon auf Missions-Reise gewesen. Damit, so könnte man denken, war er doch ein guter Christ! Aber John Wesley fühlte eine Unruhe in seinem Herzen. Er sehnte sich nach einem fröhlichen, unbeschwerten Glauben; den spürte er nicht in sich. Er war streng mit sich selbst und dachte: Wenn ich viel für Gott tue und nach strikten geistlichen Regeln lebe, dann…  …dann müsste doch zwischen Gott und mir alles okay sein. Als er einer Gruppe Herrnhuter begegnet und sah, wie fröhlich und unbeschwert sie glaubten, wurde seine Sehnsucht nach solch einem Gottvertrauen stärker. In vielen Gesprächen mit einem von ihnen fragte er: Wie kann ich diesen unverkrampften Glauben finden? Doch er musste noch einige Monate warten. • Am 24. Mai ging er abends in eine Herrnhuter Versammlung, und zwar „ziemlich ungern“, wie er in seinem Tagebuch vermerkt. Doch genau dort spürte er endlich Gottes Liebe persönlich.
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„Mama, wohin führen die Gleise?“, 

„Mama, wohin führen die Gleise?“, 

Das denk.mal Hannoverscher Bahnhof liegt mitten im Lohsepark, zwischen jungen Birken und Schmetterlingsflieder. Nach dem kalten Frühjahr wird es im April allmählich grün. Ich gehe hier gerne spazieren, auch mit meinen drei Kindern. Der Ort berührt mich und ich möchte, dass meine Kinder mit der Geschichte des Ortes aufwachsen. Während David und Aaron sich umsehen, schiebe ich Noah im Kinderwagen über das historische Pflaster. Das schaukelt ihn in den Schlaf.

Über 8.000 Menschen wurden vom Hannoverschen Bahnhof in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Ihre Namen und Geburtsdaten stehen auf 20 Glastafeln, die entlang der Gleise angebracht sind. Es ist mir zur Gewohnheit geworden, bei jedem Spaziergang einige Namen zu lesen. Fast 90 Prozent der Genannten wurden ermordet oder gingen an den elenden Lebensbedingungen zugrunde. Über Proteste in der Hamburger Bevölkerung ist nichts bekannt. Mein Blick schweift über die schier endlosen Buchstabenkolonnen und bleibt hängen: 18. April 1944, ein Zug nach Auschwitz-Birkenau. Das ist 77 Jahre her und doch so nah. Wir haben April.

„Mama, wohin führen die Gleise?“, fragt David. Bis nach Auschwitz, denke ich. Das Ende der Bahnstrecke, die Gleise, das Tor, die Rampe habe ich schon gesehen, bevor ich den Hannoverschen Bahnhof kannte, weil er in Hamburg keine Rolle spielte. Im Jahr 2001 war ich in Auschwitz-Birkenau auf einem Schüleraustausch. Noch einmal 2012 mit Zeitzeugen, da wohnte ich schon in der HafenCity mit Blick auf den Hannoverschen Bahnhof. Doch der ehemalige Deportationsbahnhof, der historische Bahnsteig war noch immer ein Nicht-Ort. Ungeschützt, dem Verfall Preis gegeben am Rande einer Spedition. Es sammelte sich der Müll.

Heute, neun Jahre später, hat der Ort seine Würde zurück, so empfinde ich das. Der historische Bahnsteig ist sorgsam restauriert, die alten Gleise sind in neuen Schotter gebettet. Darauf wachsen Pflanzen. Eine massive Steintafel am Ende des Bahnsteigs steht gegen das Vergessen: „Zur Erinnerung an die Juden, Sinti und Roma, die von 1940 bis 1945 in 20 Transporten aus Hamburg deportiert wurden nach Belzec, Litzmannstadt/Lodz, Minsk, Riga, Auschwitz und Theresienstadt“. Die Blickrichtung folgt dem Gleisverlauf. Das Gedenken hat einen angemessenen Platz gefunden, in der Innenstadt, mitten im Leben.

David und Aaron laufen die Schienen entlang. Sie zählen die Schwellen, sie wollen sehen, wo die Gleise enden. Von Auschwitz mag ich noch nicht erzählen. Sie sind zu klein, fünf und drei Jahre alt. Dabei weiß ich, dass in dem Vernichtungslager Kinder gestorben sind, die noch jünger waren. Kinder, die Ausschwitz gesehen und erlitten haben, weil ihre Eltern sie nicht schützen konnten. Wie kann ich das meinen Söhnen erklären?

„Am 18. April 1944 wurden 26 Sinti und Roma aus Hamburg und Norddeutschland in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert“, lese ich. Weil sie nach Definition der Nationalsozialisten „Zigeuner“ waren. „Darunter befanden sich überwiegend Kinder und Jugendliche.“ Hedwig, Anita, Jutta hießen sie. Friedrich, Walter, Uwe. Sie gehörten nicht dazu. Es sind so viele Kleinkinder darunter. Weinhold Clemens, vier Jahre alt, Rigo Clemens, anderthalb Jahre alt, Rita Clemens, drei Monate alt und dann noch Berta Clemens, 33 Jahre alt. Eine Familie wahrscheinlich. Eine Familie wie wir. Ich weiß nicht, ob sie überlebt haben. „Die Zahl der Opfer ist unbekannt.“ Der blaue Himmel und die weißen Wolken spiegeln sich in den Glasplatten. In schwarzer Schrift treten die feinen Buchstaben hervor. „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“, geht mir der Vers aus dem Lukasevangelium durch den Kopf.

Ganze 72 Jahre hat es gedauert, bis die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung in Hamburg ihren Gedenkort bekommen haben. Das sind drei Generationen. Die vierte wächst heran. Ich nehme David und Aaron an der Hand und erzähle vorsichtig von den Kindern und der Ausgrenzung, von der Deportation und dem Hass. Noah schläft. Die Sonne scheint, die jungen Birken wiegen sich im Wind. David und Aaron rennen über den Bahnsteig, zurück zu den Rollern. Die kleinen Kinderfüße auf dem historischen Pflaster. Weinhold und Rigo hatten hier zum letzten Mal ihre Füße auf Hamburger Boden, bevor sie am 18. April 1944 in den Zug gestiegen sind. Bis ich es recherchiert habe, bleibt die Hoffnung, dass sie zurückgekehrt sind.

 

Hannah Hufnagel

20 Jahre Charta Œcumenica

20 Jahre Charta Œcumenica

Heute feiert die „Charta Œcumenica – Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit der Kirchen in Europa“ ihren 20. Geburtstag! Sie enthält zwölf ökumenische Ziele. Welche das sind, kannst Du an den Türen unserer Kapelle nachlesen. Komm doch mal vorbei!

 

 

Zimmer & Wohnung frei!

Zimmer & Wohnung frei!

Derzeit leben rund 50 Menschen in der Ökumenischen Hausgemeinschaft unter einem Dach. Gemeinsam gestalten sie ihr alltägliches und geistliches Leben in der Großstadt.
Unsere Ökumenische Hausgemeinschaft ist eine bunte Mischung von Menschen, Jung und Alt, Singles und Familien, aus verschiedenen Kirchen und Kulturkreisen, die miteinander eine zeitgemäße Form des Glaubens im Alltag leben wollen. 

Informationen: www.oefh.de
Kontakt: info@oefh.de

 

Atempause – in der Ökumenischen Kapelle

Atempause – in der Ökumenischen Kapelle

Anfang Februar waren Mitarbeitende von www.noa4.de, einem Fernsehsender, der vorwiegend in und um Norderstedt gesehen wird, zu Gast im Ökumenischen Forum HafenCity. Ihr seht eine 3-minütige ‚Atempause‘, die in der Kapelle aufgenommen wurde. Dabei ging es um das Ökumenisches Forum HafenCity und darum, den Kirchen aufs Dach zu steigen. Hier klicken

Von welcher Welt träumst Du ?

Von welcher Welt träumst Du ?

Am Martin-Luther-King-Tag diesen Jahres habe ich mir die bekannte Rede des amerikanischen Bürgerrechtlers und Baptistenpastors wieder einmal durchgelesen. „I have a dream!“ Ein jährliches Ritual: Die Rede zu lesen und dann, auch als ich noch nicht in Hamburg gewohnt habe, mittags in Richtung Hamburg zu fahren, um an der MLK-Veranstaltung im Ökumenischen Forum teilzunehmen.

Für den 18. Januar diesen Jahres hatte ich mir das so einfach vorgestellt. Ich wohne seit einiger Zeit wieder in Altona. ‚Eben abends ins Forum fahren!‘ Daraus wurde leider nichts. Die Rede von Martin Luther King hat mich jedoch auch in diesem Jahr neu fasziniert. Am 20. Januar wurde in den USA ein neuer Präsident vereidigt. Die Worte, die ich am MLK-Tag gelesen habe, bekamen für mich aktuelle Bedeutung.
„Mit diesem Glauben werde ich fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Missklänge in unserer Nation in eine wunderbare Symphonie der Brüderlichkeit zu verwandeln“ (Martin Luther King am 28.8.1963). Der ‚Traum‘, die Vision von Martin Luther King darf nicht zu den Akten gelegt werden!

Als ich Ende Januar bei der Wahl der neuen Pastorin des Ökumenischen Forums vor Ort dabei sein konnte – die meisten Mitglieder und ihre Stellvertreter*innen mussten per Zoom zugeschaltet werden -, habe ich kurz gezuckt, als Pastorin Maximiliane Kedaj ihre Präsentation zum Thema ‚In welcher Welt möchte ich leben‘ damit begann, dass sie sagte, sie wolle nicht von einem ‚Traum‘ reden und auch keine Utopien entwerfen. Sie sagte, dass sie genau in der Welt, die Gott ihr und uns geschenkt hat, leben und nach seinen Spuren und Möglichkeiten auch in der und für die Hafencity suchen möchte.
Pastorin Kedaj zitierte Dietrich Bonhoeffer: „Gott hasst die Träumerei; denn sie macht stolz und anspruchsvoll“. Wenn der Traum des Martin Luther King zu einer weltfremden Träumerei werden würde, ja, dann wäre wirklich äußerste Vorsicht geboten!

In Dietrich Bonhoeffers ‚Gemeinsames Leben‘ heißt es weiter: „Wer sich das Bild einer Gemeinschaft erträumt, der fordert von Gott, von dem Andern und von sich selbst die Erfüllung. (…) Weil Gott den einzigen Grund unserer Gemeinschaft schon gelegt hat, weil Gott uns längst, bevor wir in das gemeinsame Leben mit andern Christen eintraten, mit diesem zu einem Leib zusammengeschlossen hat in Jesus Christus, darum treten wir nicht als die Fordernden, sondern als die Dankenden und Empfangenden in das gemeinsame Leben mit andern Christen ein“.

Ende Januar diesen Jahres bin ich neu dankbar geworden für die Gemeinschaft der Christ*innen, die ich auch im Ökumenischen Forum erlebe. Ich freue mich auf das weitere Jahr, das noch vor uns liegt. Das Ökumenische Forum, die Hausgemeinschaft, die vielen Mitgliedskirche werden noch viele Möglichkeiten haben – und ab Sommer 2021 dann auch gemeinsam mit Pastorin Kedaj -, miteinander „aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen“, „weil Gott den einzigen Grund unserer Gemeinschaft schon gelegt hat“.

Carsten Hokema, Pastor (Christuskirche Altona, www.christuskirche.de)

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