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Die Bulgarische orthodoxe Kirche in Hamburg bekommt eigenes Kirchengebäude im Herzen der Stadt

von Velina Weber, Diakonie Hamburg

Mit einem feierlichen Kirchenglockenspiel, mit Gebetsliedern auf Kirchenslawisch, Bulgarisch und Deutsch, mit Dankbarkeit und Herzensfreude betraten die Hamburger Gemeindemitglieder am 25. Januar ihr neues Gotteshaus. Mit dem Segen seiner Eminenz, des west- und mitteleuropäischen Metropoliten Anthonij, erwarb die Bulgarische orthodoxe Kirche in Hamburg „Die Heiligen Kyrill und Methodius“ ein neues Kirchengebäude zur dauerhaften Nutzung (vorerst sind mindestens 30 Jahre vertraglich gesichert) und mit garantierter Möglichkeit, den Vertrag zu verlängern.

Dank der Unterstützung des Generalhonorarkonsuls von Bulgarien für Hamburg und Norddeutschland, Prof. Dr. Gerd-Winand Imeyer, sowie der Pröpstin der Hauptkirche „St. Jacobi“, Pastorin Astrid Kleist, endeten die seit 2017 geführten Verhandlungen über die Übernahme der unbenutzten Osterkirche glücklich für alle Parteien – für den Vorstand der Bulgarischen orthodoxen Kirchengemeinde, für den Kirchenkreis Ost sowie für die Hamburger Stadtverwaltung. Der Honorarkonsul für Bulgarien, seit 27 Jahren im Amt, begleitet seit 2003 die Bemühungen unserer Landsleute, in Hamburg eine eigene Kirche zu gründen. Damals hat eine Gruppe von Enthusiasten, darunter Maria Sturm und Slava Yankova, eine offizielle Initiative zur Gründung einer bulgarischen Kirche in Hamburg gestartet. Bei seiner Rede am 25. Januar wünschte sich Prof. Imeyer, dass „dieses Gotteshaus für viele in der norddeutschen Stadt lebende Bulgaren zur Heimat wird“, und betonte, dass die Bulgaren in Deutschland für die deutsche Gesellschaft einen Schatz und Bereicherung mit ihrer Geschichte, Kultur und Folklore darstellen und einen großen Beitrag zum heutigen Bild von Europa leisten.

Den offiziellen Glückwünschen schloss sich der Diözesanrat Hristo Berov an, der anmerkte, dass „Aufwachsen und Erwachsenwerden mit Verantwortung einhergehen.“ In diesem Sinne gratulierte er der Hamburger Gemeinde zu dem neuen wichtigen Schritt und dankte dem Honorarkonsul, der evangelischen Kirche und den kommunalen Vertretern für das Vertrauen in unsere hamburgische kirchliche Gemeinde.

Die 1863 nach dem Plan des prominenten Hamburger Architekten Alexis de Chateauneuf errichtete Osterkiche befindet sich im Besitz der Stadt Hamburg und wird unserer Kirchengemeinde gegen die Übernahme der Betriebskosten zur Verfügung gestellt. Vor Beginn der regulären Gottesdienste im Mai 2019 sind Reparaturen und der Austausch der Heizungsanlage erforderlich. Das Gebäudeinnere wird in Zukunft kontinuierlich für die liturgische Nutzung nach dem orthodoxen Kanonan angepasst werden, wofür weiterhin Spenden benötigt werden. Am 11. Mai wird erstmals die Heilige Liturgie im neuen Kirchengebäude gefeiert und die Kirche wird offiziell für Besucher eröffnet.

Das neue Kirchengebäude befindet sich im zentralen und kommunikativen Stadtteil Hamburg-Eilbek. Wir hoffen, dass die zentrale Lage der Kirche es den Gemeindemitgliedern leichter ermöglicht, an den Gottesdiensten teilzunehmen und zu einem Zuwachs neuer Besucher führen wird. An dieser neuen Adresse im Herzen von Hamburg soll in Zukunft ein orthodoxes Zentrum zur Verstärkung des geistigen Lebens entstehen, wo Vorträge, Konzerte, Lesungen, Kinderveranstaltungen usw. stattfinden können.

In der Hansestadt leben und arbeiten derzeit rund 10.000 Landsleute, in den benachbarten nördlichen Bundesländern Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind es etwa 30.000. Darüber hinaus wird durch das neue Kirchengebäude den interessierten Besuchern ermöglicht, täglich die Kirche zu besuchen, was wiederum auch die Frage nach weiteren Freiwilligen aufwirft, die das kirchliche Leben aktiv unterstützen.

Seit 2010 sorgt Krastin Apostolov für das liturgische und geistliche Leben der Gemeinde. Im Jahr 2012 initiierte der neugewählte Kirchenvorstand mit dem Segen seiner Eminenz Antonij – damaliger Vikar und derzeitiger Metropolit von West- und Mitteleuropa – eine Spendenaktion unter dem Motto „Eine neue Kirche für Hamburg,“ um Träger zu finden und Geld für die dauerhafte Lösung der Kirchenbau-Frage zu akquirieren (durch Kauf, Bau oder dauerhafte Miete). In den letzten Jahren wurden Wohltätigkeitskonzerte und eine Reihe an Veranstaltungen organisiert, die den Platz der jungen Gemeinde in der hanseatischen Gesellschaft und in den lokalen Kirchenkreisen etablierte. Der Gemeinde gelang es, eine Reihe von Kooperationen mit lokalen Organisationen wie der Caritas und der Diakonie zu gründen. Sie wurde Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Stadt und arbeitet eng mit Wohltätigkeitsorganisationen wie z.B. Ars & Humanitas.

Astrid Kleist knüpfte in ihrer Begrüßung an die Worte aus Johannes 1,16 an – „Von seiner göttlichen Erfüllung erhielten wir alle Gnade nach Gnade“ – und betonte die gemeinsame Freude und den gemeinsamen Profit: Die bulgarischen Gläubigen in Hamburg erhalten ein neues Dach über dem Kopf und der Geist Gottes lebt weiter in diesem ursprünglich protestantischen Kirchengebäude. Diese Vereinigung in Christus wies sie als besonders wichtig aus, um sich den Herausforderungen der gegenwärtigen schwierigen Zeiten in Europa zu stellen.

Zum Schluss des offiziellenTeils überreichte Frau Jutta Jungnickel, Pfarrerin der Friedenskirche in Hamburg-Eilbek, die bislang auch in der Osterkirche zu Hause war, symbolisch ein Holzkästchen mit Schlüsseln und sagte den zahlreichen Besuchern: „Trotz der Trauer und des Schmerzes trennen wir uns von der wunderschönen Osterkirche zugleich mit großem Trost und Freude. Denn die beliebte Kirche wird sich wieder mit Leben und mit Gläubigen in Christi füllen, welche hier beten, ihre Kinder taufen lassen, sich im Namen und im Dienst Gottes versammeln und sich darüber freuen werden“. Pater Krastin Apostolov fügte hinzu: „Die Fürsorge und Freude in diesem Gotteshaus werden Allen zuteil, denn die chronologische Reihenfolge auf Erden spielt für Gott keine Rolle.“

Corinna Schmidt, Geistliche Leitung des Ökumenischen Forums HafenCity:

„Von Herzen gratuliere ich der Bulgarischen orthodoxen Kirche zu ihren eigenen Räumen. Es ist wunderbar, dass diese Gemeinde, die so aktiv ist, nun einen eigenen Ort für ihr geistliches Leben, ihre Musik und die Gemeinschaft von Jung und Alt hat.In Ökumenischer Verbundenheit schaue ich auf die Weiterentwicklung der Bulgarischen orthodoxen Kirche in Hamburg, die gewiss durch die Beheimatung in den eigenen vier Wänden beflügelt wird.“

 

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