040 36 90 02 - 780 info@oefh.de

Mensch, wo bist du? Zeig‘ mir dein Gesicht!

von Carsten Hokema, Pastor in der Christuskirche Altona, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)

Seit Wochen tragen wir Masken. ‚Maske‘ ist hochdeutsch für das norddeutsche ‚Schnutenpulli‘. Wenn ich  irgendwo mit Leuten ins Gespräch komme,  nehme ich gerne Abstand und ziehe dann meine Maske vom Gesicht. Oft zieht mein Gegenüber dann auch seinen Stoff beiseite.  Dann sprechen wir ‚ganz normal‘ miteinander. Ich freue mich dann an der Mimik, am ‚Gesamteindruck‘ und an den offenen Gesichtern, in die ich blicke.
Mit Maske vor dem Gesicht fallen mir Gespräche schwerer. Nicht nur, dass ich das Gesagte schlechter verstehe, ich habe bei fehlendem Blick ins Gesicht auch Probleme, Feinheiten in Aussagen oder Zwischentöne zu hören.
Manchmal trage ich noch eine ganz andere Maske. Sie ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Es handelt sich dabei nicht um ein Stück Stoff oder um einen anderen Virenschutz.
Ich verstelle mich. Wirke absichtlich anders, als ich eigentlich bin oder sein möchte. Ich lasse andere zwar in mein Gesicht blicken, aber ‚in die Karten‘ schaut mir niemand!
Sich zu verstellen oder sogar zu verstecken scheint zum Menschsein zu gehören. In der Schöpfungsgeschichte wird beispielhaft erzählt, dass Menschen sich vor Gott verstecken. Irgendwie hatten sie einen Grund dafür. Von Gott wird erzählt, dass er die Menschen sucht und fragt: „Mensch, wo bist du?“
Vor Gott brauche ich mich nicht zu verstecken. Der meint es immer gut mit mir, schaut mich an und will mit mir in einen ehrlichen und offene Dialog treten. Gerne will ich ihm mein ‚echtes‘ Gesicht zeigen. Und ebenso gerne will ich meine unsichtbare Maske auch gegenüber meinen Mitmenschen absetzen.
Der ‚Schnutenpulli‘ hingegen muss wohl noch eine Zeit lang sein.

Bestellen Sie unseren Newsletter

Nicht vergessen! Melde Dich hier für unsere Freundesmail an und erhalte monatlich aktuelle Infos zu unseren Veranstaltungen, Projekten oder Themen.

Hinweis: Durch die Angabe Ihrer Daten und Betätigen des Buttons stimmen Sie zu, dass Ihre E-Mail Adresse zum Verteiler vom ökumenischen Forum Hafencity hinzugefügt wird.
Sollte Sie den Newsletter nicht mehr wollen kann ich mich jederzeit wieder abmelden. Weitere Informationen im Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Du hast erfolgreich für unsere Freundesmail angemeldet !