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NABU Luftmessnetz für den Hamburger Hafenrand

vom NABU Hamburg

Wie sehr belasten Hafen und Schiffe unsere Gesundheit und unsere Umwelt? Der Naturschutzbund (NABU) Hamburg hat im April 2019 Messstationen entlang der Elbe in Betrieb genommen, die eine Datengrundlage schaffen sollen.

Die Luft, die wir atmen, ist dreckig und gefährdet unsere Gesundheit. Dabei haben Bürgerinnen und Bürger in Europa das verbriefte Recht auf saubere Luft. Der Europäische Rechnungshof bringt es auf den Punkt und betitelt seinen Bericht von September 2018: „Luftverschmutzung – unsere Gesundheit noch immer unzureichend geschützt”. Das Urteil der Prüfer ist vernichtend. Vollzugsdefizite bei der Umsetzung von europäischen Luftqualitäts-Richtlinien, Luftreinhaltepläne ohne Wirkung, mangelnder Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor den gesundheitlichen Auswirkungen schlechter Luft. Dass insgesamt dringender Handlungsbedarf besteht, ist eigentlich unstrittig. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet die schlechte Luftqualität als das drängendste Problem unserer Zeit. Auch die EU-Kommission schätzt, dass rund 400.000 Europäerinnen und Europäer vorzeitig an den Folgen schlechter Luftqualität sterben – davon 50.000 allein durch Emissionen der Schifffahrt. Ganz abgesehen von immensen Schäden für Umwelt und Natur, wie die Übersäuerung von Böden und Gewässern und natürlich dem Klima. Diese Probleme kennt auch Hamburg.

Kleine Schiffe, große lokale Wirkung

Dass die Luft besonders im und um den Hamburger Hafen schlecht ist, hat der Luftreinhalteplan aus dem Sommer 2017 eindrücklich belegt. 40 Prozent der gesamten Hamburger Stickoxidemissionen stammen laut Berechnungen der Fachbehörden von Schiffen. Es sind jedoch nicht nur große Container- oder Kreuzfahrtschiffe, die auf dem Hamburger Stadtgebiet zwischen Rissen und der Hafencity negativen Einfluss auf die Luftqualität haben. „Kleinvieh macht auch Mist. Die Schiffe der Hafenbehörde, von Polizei oder Feuerwehr, Fahrgastschiffe privater Anbieter, Schlepper mit kräftigen Maschinen oder die stadteigenen HADAG-Fähren – meist ohne Abgasfilter – tragen enorm zur schlechten Luftqualität entlang der Elbe bei”, sagt Sönke Diesener, Referent für Umweltpolitik beim NABU Hamburg.

Überzeugendere Forderungen durch mehr Daten

Um überhaupt zu wissen, wie schlecht die Luft ist, bedarf es eines engmaschigen Luftmessnetzes. Das gab es bisher nicht. In Hamburg liefert eine einzige offizielle Messstation am Altonaer Elbhang (Olbersweg) in Hafennähe Daten zur Stickstoffdioxid-, Schwefeldioxid- oder Feinstaubbelastung. Aber wie sieht es in der Hafencity aus? In St. Pauli an den Landungsbrücken, in Övelgönne oder in den Elbvororten? Mit dem Projekt „Luftmessnetz für den Hamburger Hafenrand“ hat der NABU Hamburg nun Messpunkte vor allem dort aufgebaut, wo es keine offiziellen Messstellen, aller Wahrscheinlichkeit nach aber eine hohe Belastung gibt. Seit April 2019 ist das NABU-Luftmnessnetz im Einsatz.  “Je mehr Daten vorliegen, desto überzeugender lassen sich Forderungen an Politik und Verwaltung für den Fall formulieren, dass eine dauerhafte, gesundheitsschädliche Beeinträchtigung aus Schifffahrt und Hafen vorliegen”, sagt Sönke Diesener, der das Projekt mitverantwortlich betreut. Für die eigenen Messstellen hat der NABU auch Anwohnerinnen und Anwohner am nördlichen Elbufer gewonnen, die die Geräte bei sich installierten. Beim Projekt kooperiert der NABU mit dem jungen Harburger Startup Breeze Technologies, von dem die Geräte geliefert und die gesammelten Daten nutzerfreundlich auf den Internetseiten von Breeze und NABU Hamburg aufbereitet werden. Die aufgestellten Sensoren ermöglichen es allen Bürgerinnen und Bürgern, die Luftqualität direkt zu überprüfen. Auf der Website des NABU können die Messergebnisse der Sensoren verfolgt werden.

Am 16. Mai gab der NABU erste, vorsichtige Ergebnisse der Luftmessung bekannt. Sie lassen darauf schließen, dass die Luftbelastung im Hafen dauerhaft höher ist als in der Innenstadt. „Es muss sich deutlich mehr bewegen bei der Stadt, damit die Luft in Hamburg besser wird“, sagt Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik des NABU Hamburg.

Veranstaltung am Donnerstag, den 20.06., 18:30 – 20:00 Uhr im Ökumenischen Forum HafenCity
Luftreinhaltungsworkshop (Hafennähe) mit unserem Messnetz-Projekt und allgemeine Info zum Thema.
Mit Dr. Volker Matthias (Helmholzzentrum Geesthacht), Sönke Diesener und Malte Siegert (NABU Hamburg)

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