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#PalermoAppell – Seenotrettung.Jetzt! Hamburger Citykirchen engagieren sich

von Katrin Wippich, Evangelisch-reformierte Kirche

Die öffentliche Aufmerksamkeit für das Schicksal der Geflüchteten auf dem Mittelmeer darf nicht nachlassen. Die EU-Staaten müssen sich kurzfristig auf ein Verfahren zur Verteilung der Geretteten innerhalb Europas einigen und mittelfristig eine neue Migrationspolitik entwickeln. Sich hierfür zu engagieren, ist auch Aufgabe der Kirchen.

Die Festnahme der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete durch italienische Behörden Ende Juni auf Lampedusa hat die Rettung Geflüchteter auf dem Mittelmeer erneut ins Zentrum des medialen Interesses und der öffentlichen Diskussion gerückt. Das ist eine gute Nachricht. Eine gute Nachricht war auch, dass Carola Rackete relativ schnell wieder frei kam.

Das beharrliche Engagement der privaten Seenotretter ist bewundernswert; Carola Rackete hat konsequent gehandelt und ist dabei ein persönliches Risiko eingegangen. In der allgemeinen Empörung über die Kriminalisierung der Retter droht jedoch das Schicksal der zu Rettenden, der Geretteten und der nicht Geretteten, sondern im Mittelmeer Ertrunkenen mitunter in Vergessenheit zu geraten.

Angesichts dessen war es uns in der Evangelisch-reformierten Kirche ein Bedürfnis, etwas zu tun, das die öffentliche Aufmerksamkeit für die Bootsflüchtlinge wachhält und auf die Notwendigkeit politischen Handelns hinweist. Wir haben uns sehr gefreut, dass unser Vorschlag einer gemeinsamen Aktion zum Thema Rettung Geflüchteter auf dem Mittelmeer bei anderen Hamburger City-Kirchen spontan großes Echo fand.

Die Seenotrettung darf nicht weiter allein in privater Hand liegen; sie ist eine staatliche Aufgabe. Doch es geht nicht nur um die Rettung der Menschen in den Booten vor dem Ertrinken. Die EU-Staaten müssen sich dringend auf ein Verfahren zur Verteilung der Geretteten innerhalb Europas einigen und eine gemeinsame Migrationspolitik entwickeln, die sichere und legale Fluchtrouten ermöglicht. Diese Forderungen formulierten bereits Anfang Juni der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und Leoluca Orlando, der Bürgermeister von Palermo, in ihrem Palermo-Appell.

In den letzten Wochen scheinen diese Forderungen mehr und mehr zum allgemeinen Konsens geworden zu sein: von Außenminister Heiko Maas bis Innenminister Horst Seehofer, von der EU-Kommission bis zum UN-Generalsekretär. Aktuell dürfen wir hoffen, dass es im Herbst tatsächlich zu einem „Bündnis der Hilfsbereiten“ kommt, dass sich also zumindest einige EU-Staaten auf einen verbindlichen Verteilmechanismus einigen, der sicherstellt, dass die aus dem Mittelmeer Geretteten auch wirklich in Europa ankommen können. Das wäre ein erster Schritt.

Hamburger City-Kirchen wollen mit einer gemeinsamen Aktion auf das Thema aufmerksam machen. Wir wollen den Prozess durch unser Gebet unterstützen und durch Demonstration dazu beitragen, das öffentliche Bewusstsein für die Notwendigkeit politischen Handelns wach zu halten – solange es nötig ist.

Veranstaltungshinweis:
Beten und Demonstrieren für Seenotrettung.Jetzt! vom 22. August bis 14. November 2019 jeden Donnerstag um 17.15 Uhr vor der Hauptkirche St. Petri (am Dietrich-Bonhoeffer-Denkmal). Nach einer Andacht Demonstrationszug zum Rathausmarkt, dort Verlesung des Palermo-Appells.

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