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Prüft alles, und behaltet das Gute!

von Dr. Hauke Christiansen, Landeskirchenamt der Nordkirche und Vorstandsmitglied im Ökumenischen Forum HafenCity

Bald geht es Kalorien und Pfunden wieder an den Kragen. Ab Anfang März zieht die Fastenzeit eine siebenwöchige Schneise durch unser Alltagsleben. Von Aschermittwoch bis in die Karwoche wird des gewaltsamen Todes Jesu gedacht, der Passionszeit – nach altem Brauch auch Fastenzeit genannt. Dabei heißt Fasten nicht unbedingt Verzicht auf fettes Essen oder Alkohol. Eine gute Freundin von mir hat sich in diesem Jahr des Plastikfastens verschrieben. Sieben Wochen lang will sie auf Produkte und Verpackungen verzichten, bei denen Plastik verwendet wird. Angesichts des Zustands unserer Weltmeere ein sinnvolles Vorgehen. Wattestäbchen können auch aus recycelter Pappe hergestellt werden, sodass man auf den Griff aus Plastik verzichten kann. „Und du so?“, fragt sie mich bei einem Cappuccino in unserem Lieblings-Cafe. „Was hast du dir für die Fastenzeit vorgenommen?“ Ich muss kurz überlegen. In Zeiten kreativer Fastenaktionen fällt die Wahl schwer. „Sieben Wochen ohne“ kennt inzwischen jedes Kind. Seit der öko-fairen Aktion „Sieben Wochen mit“ gibt es bei mir Zuhause nur noch Kaffee, Kakao und Schokolade von glücklichen Landwirten aus den Ländern des Südens. Dieses Mal hätte ich Lust auf etwas Neues. In der Zeitung habe ich gelesen, dass der Mensch durchschnittlich 15.000 Dinge besitzt, aber nur 300 tatsächlich regelmäßig nutzt. Ich muss an meinen Kleiderschrank denken, der in manchen Bereichen einem Bermuda-Dreieck ähnelt. Wie wäre es, wenn ich mich an jedem Tag der sieben Wochen von einem Teil meines Hausrats trenne? Ausgelesene Bücher gehen an den Bücherflohmarkt, Altkleider in die Sammlung und das viel zu selten genutzte Trimmgerät stelle ich ins Internet. Klasse, ich mache eine Liste mit all den vielen Dingen, die ich  loslassen kann. Parallel versuche ich, neue Anschaffungen während der sieben Wochen zu vermeiden. Das ist zwar nur ein erster Schritt. Aber wer weiß, was aus dem kleinen Anfang wird. Ich teste, auf wie viel ich verzichten kann, um meine Lebensqualität zu verbessern. Vielleicht führt diese äußere Entschlackung dazu, dass ich mich auch innerlich auf das Wesentliche konzentriere. „Prüft alles, und behaltet das Gute!“ (Erster Thessalonicherbrief Kapitel 5, Vers 21). Einen Selbstversuch ist es wert.

Bild Copyright: Ester Stosch/pixelio.de

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