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Umkehr zum Frieden – 40 Jahre Friedensdekade

von Julika Koch, Referat Friedensbildung der Nordkirche

40 Jahre. So lange gibt es sie schon, die Friedensdekade. In vielen Kreisen bekannt, manche belächeln sie, die ewigen Aktivist_innen für Gewaltlosigkeit. Sie stehen in einer langen Reihe von Menschen, die sich dafür einsetzten. Einiges ist erreicht worden, bei anderen Themen wird weiter gebohrt.

Zwei Beispiele:
1. Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg Krieg setzten sich Friedens- und Frauengruppen für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein. Dies wurde im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben (GG Artikel 4,3). Damit war Westdeutschland 1949 weltweit das erste Land, das das Recht auf Verweigerung des Kriegsdienstes zum
Grundrecht erklärte. Heute wird es in vielen Staaten der Welt, zumindest formal, anerkannt.
2. Internationales Recht, das die Kraft des Rechts dem Recht des Stärkeren entgegensetzt, war eine Vision der Pazifist_innen Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit der Charta der Vereinten Nationen begann eine Ära, deren Ziel das friedliche Zusammenleben der Völker und letztlich der Menschen ist.

Bei beiden Beispielen ist noch nicht alles zu Ende. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gilt nicht überall. Und die Vereinten Nationen brauchen weiter breite Unterstützung in ihrer Arbeit. Ein Nobelpreis für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hilft da zur Aufmerksamkeit. Das ist Umkehr zum Frieden umgesetzt in Strukturen, in denen wir Leben:
Etwas wird in eine Regel/ ein Gesetz gefasst und gilt für alle. Übertretungen ziehen Sanktionen nach sich. Dass es so weit kommt, dafür ist die Voraussetzung, dass viele sich mit Frieden beschäftigen, danach leben, Frieden im eigenen Leben in eigenen Regeln oder Strukturen einüben und pflegen. Das Bibelwort für die Friedensdekade 2020 aus dem Römerbrief ist gute Begleitung dazu: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Römer 12, 21).
Die Ökumenische Friedensdekade ist dieses Jahr vom 8. -18 November. In der Kapelle im Ökumenischen Forum wird es an jedem Tag ein Friedensgebet geben. Beten für den Frieden hilft beim Frieden einüben und pflegen.

Links zu den Vorträgen der Veranstaltung „Sicherheit in Bewegung“, die wir am 14. November 2020 in Hamburg aufgenommen haben.

Mit diesem Link kommen Sie auf die Seite von kirche-hamburg.de und können den ganzen Beitrag von Hagen Grützmacher ansehen.

Der Vortrag von André Bank „Von Syrien nach Europa. Analyse eines komplexen Konflikts“ ist hier zu finden.

Sabine Jabergs Vortrag „Sicherheitslogik versus Friedenslogik? Wie formt sich unser Weltbild?“ wurde verlesen, den finden Sie hier. Wenn Sie den Vortrag nachlesen wollen schicken Sie uns eine Mail an julika.koch@frieden.nordkirche.de.

Dieser Vortrag bezieht sich auf den Flyer „Friedenslogik weiter denken“.

Dieser letzte Link enthält eine Zusammenstellung von Interviews mit Julika Koch, Michael Strunk und Axel Richter.

Die Veranstaltung ist Teil eines breiten nordkirchlichen Diskurses: www.redenüberfrieden.de. Die Taube werden Sie in den Filmaufnahmen wieder sehen. Sie sind weiter zum Mitmachen eingeladen.
Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Erfahrungen und Gedanken, auch Ihre kritischen Anmerkungen und Ideen einbringen und an den Ausschuss „Gerechtigkeit, Frieden, Bewahung der Schöpfung“ der Nordkirchensynode schreiben.

Die Mailadresse ist: Julika.Koch@frieden.nordkirche.de

Ihre Rückmeldungen werden in die Beratungen des Ausschuss „Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung“ einfließen und im Herbst 2021 als Diskussionspapier in die Landessynode eingebracht werden. Es knüpft an das Positionspapier „Gerechter Friede“ von 2017 an.

 

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