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„Zwischen profan und heilig“, zwischen Religion und Kunst – Kirstin Faupel-Drevs stellt ihre Werke im Ökumenischen Forum aus

„Zwischen profan und heilig“ – vom 24. März bis 25. April 2019 stellt Kirstin Faupel-Drevs ihre Werke im Ökumenischen Forum HafenCity aus und hat zusammen mit uns drei Veranstaltungen darum herum konzipiert. Es geht um die Schnittstelle zwischen Alltäglichem und Heiligem, um Durchlässigkeit, Verschmelzung und Wandlung.
Kirstin Faupel-Drevs ist im Hauptberuf Pastorin in Hamburg-Billstedt, malte jedoch schon, bevor sie das Theologiestudium begann. Sie sagt über sich: „Pastorin bin ich geworden, Künstlerin war ich schon immer. Berufung ist beides gleichermaßen für mich […]“. Wir wollten noch etwas mehr von ihr wissen, über ihren Zugang zur Kunst und über die Verbindung mit der Religion.

von Kirstin Faupel-Drevs (Theologin und Künstlerin)

Pastorin bin ich geworden, Künstlerin war ich schon immer. Berufung ist beides gleichermaßen für mich. In beiden Feldern, Religion und Kunst, geht es darum, sich zu öffnen für das Unverfügbare einer Gegenwart, in Resonanz zu gehen mit dem, was mich anspricht. Das kann eine Landschaft sein, ein Mensch, ein Gegenstand. Das kann aber auch eine Erfahrung sein, die ich mache, und die sich dann weiterschreibt in die Bilder hinein.

Mich ins Zeichnen zu vertiefen kann ebenso Gebet sein wie in Stille sitzen und zu meditieren. In beiden Fällen geht es um vertiefte Formen der Wahrnehmung, meiner selbst und dessen, was da geschieht. Ich versuche hinschauen und zu erkennen, was sich der Erkennbarkeit entzieht. Es  geht um ein Spiel von Resonanzen, die sich dann auf unterschiedlichen Ebenen fortsetzen (Zeichnung, Farbraum, Bild, Wort, Aktion).

Auch ein Gottesdienst kann ein künstlerischer Prozess in dem Sinne sein, dass es hier – ebenso wie bei einem Werkstück Bildender Kunst oder bei einer Performance – einerseits um „Stimmigkeit“, und andererseits um Schönheit als Gegenwartserfahrung des Nicht-Sagbaren geht. Hilfe ist dabei die klare, einfache Form oder die entschiedene Linie. Wie anders lässt sich sonst z.B. das Phänomen von Leere darstellen? Der Unterschied zwischen beiden Bereichen, dem heiligen Raum und dem durch Hervorhebung eines Gegenstands „geheiligten“ Profanraum liegt im Aspekt meiner jeweiligen Rolle und der damit verbundenen Mittel: Im Gottesdienst gebe ich in einem vorgegebenen Rahmen die Botschaft des Evangeliums weiter, im künstlerischen Prozess bringe ich frei und mit selbstgewählten Materialien und Methoden meine persönliche Resonanzerfahrung  in ein eigenes Bild („Ideolekt“ nach Umberto Eco).

Wenn ich einen künstlerischen Prozess einsteige, versuche ich zu Beginn oft, das Thema mithilfe meiner körperlichen Sinne zu ergründen und Resonanzen zu erspüren. Darum male ich auch gerne mit den Händen, eine Methode, die ich beim Ausdrucksmalen kennengelernt habe. Das Tasten der Finger auf Papier ist wie Antennen ausfahren, durch den unmittelbaren Kontakt konzentriert sich der Prozess des „Erforschens“. Bestenfalls öffnen sich Kanäle zu einem vertieften Erfahren, beim Malen ähnlich wie beim Beten. Ich arbeite vorzugsweise mit natürlichen Materialien wie Gouache und Eitempera.

Ich mag Künstlerinnen und Künstler, die  Prozesse in Gang gesetzt haben oder in Gang setzen, wie Marina Abramovic und Josef Beuys. Aber ich könnte ebenso die Heilige Theresa von Avila oder Martin Luther dafür benennen. Andere Künstler, die mich geprägt haben: die Formensprache von Alexej Jawlenskys „Gesichten“, Giorgio Morandis Stilleben, Farbräume von Marc Rothko.

Hier geht’s zu allen Veranstaltungen rund um die Ausstellung „Zwischen profan und heilig“ mit Werken von Kirstin Faupel-Drevs

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